Ein allerletzter Eintrag

Das Blogprojekt INTensivling ist für mich als Autor zu ende, vor allem deswegen, weil ich schlichtweg keine Zeit mehr finde so viel zu bloggen, wie ich gerne wollte. In der Artikelübersicht stehen noch über 50 Artikel, die nicht fertig geschrieben sind – und bei denen mir die Zeit fehlt, ihnen den letzten Schliff zu verpassen, oder aus den wenigen Notizen einen Blogeintrag zu verfassen. Dabei sind auch ein paar nette Stories unseres Zivis, die so leider nicht mehr das Licht des Internets erblicken werden.

Zudem kommt für mich die berufliche Umstellung in greifbare Nähe, und bei aller Anonymität die das Internet bietet, möchte ich mir einen Neuanfang nicht durch dumme Zufälle oder Gerüchte erschweren. Auch wenn ich bis heute sagen kann, dass von meinen KollegInnen niemand weiß, dass ich blogg(t)e, und meine Leser dies höchstwahrscheinlich auch nicht wissen – die Geschichte vom Rettungsblogger / Intensivblogger ist zwar schon einige Jahre her, führt mir aber immer wieder vor Augen, wozu ein Berufsblog führen kann. Als auf der Intensivmed 2010 mich ein Kollege plötzlich ansprach, ob ich INTensivling sei (ich hatte zu diesem Zeitpunkt dummerweise das Dashboard in meinem Smartphone geöffnet…) wurde mir klar – auch die reale Welt ist ein Dorf.

Mit diesem allerletzten Eintrag möchte ich meinen Leserinnen und Lesern für ihre Aufmerksamkeit und ihr Interesse danken, 75548 Besucher zählt dieses Blog bis zum heutigen Tag, 181 Beiträge hatte ich veröffentlicht, 628 Kommentare habt ihr hinterlassen. Demgegenüber stehen 363 Spamkommentare, die freundlicherweise gefiltert wurden.

Eine angefangene Geschichte möchte ich jedoch zu Ende führen, da sie mir, auch wenn sie inzwischen lange Jahre zurückliegt, recht nahe ging. Es ist die Geschichte des Mädchens, das immer wieder hochalkoholisiert in unser Haus eingeliefert wurde, und nach einem Fahrradunfall unter Alkoholeinfluss sowie einer anschließenden Therapie eine Lehre in unserer Krankenhausküche begann.

Happy-Ends gibt es nur im Film, die Wirklichkeit sieht anders aus. Hier gibt es selten reumütige Alkoholiker, die ihren Angehörigen nach langer Abstinenz weinend in die Arme fallen, ihnen für alles danken, das sie getan haben, und ein neues, bewussteres Leben anfangen.

Trotz allem war es ein gewisser Schock, als eines Tages ein Briefumschlag mit schwarzem Trauerrand auf unserer Station einging. Sie, durch mehrere Aufenthalte dem Team dieser Intensivstation gut in Erinnerung geblieben, war nach kurzer Zeit in der Lehre in ihren alten Trott verfallen, hatte mit ihrer alten Clique bereits mittags getrunken, die Nächte durchgefeiert – und war nach so einer durchzechten Nacht erneut mit dem Fahrrad unterwegs. Diesmal jedoch mit tödlichem Ausgang.

INTensivling sagt tschüss :’-)

34 Antworten auf Ein allerletzter Eintrag

  1. krankeschwester sagt:

    Alles Gute :`-)

  2. DelfinStern sagt:

    Schade, immer gern gelesen :-(
    Viel Erfolg weiterhin in deiner Laufbahn.

  3. souly sagt:

    Nun bin ich aber auch mal echt gerührt … Wirklich schade, ich fand dein Blog überaus toll. Vielleicht möchtest du ja aus deiner neuen Position heraus ein weiteres Blog starten, dass sich mehr oder weniger zufällig mal in den weiten des Internets finden lässt? ;) Ist schon manchmal ein komisches Gefühl, da ein Blog eine gewisse Wirkung hat: Auch, wenn man jemanden absolut nicht kennt (vielleicht doch?), hat man das Gefühl, ein Stück Leben hautnah mitbekommen zu haben. Darum ist es immer mal wieder ein komisches Gefühl, wenn das ganze so abrupt endet. Man kennt sich nicht und ist auch nicht befreundet oder so, aber, ja, man fragt sich wohl doch, wie es weitergehen mag und was der oder diejenige noch treibt. Auch die unveröffentlichten Geschichten hätte ich gerne noch gelesen. Ich wünsche dir jedenfalls auch alles alles Gute für die Zukunft, und hoffen wir, dass es dir dort besser gefällt, wo du nun landest. Wird schon der richtige weg gewesen sein. :)

  4. Doc Brown sagt:

    Danke für die vielen guten Artikel. Dennoch kann ich deine Gründe in bezug auf Anonymität und Arbeitgeber sehr gut nachvollziehen. AUs diesem Grund schreibe ich selbst nie direkt nach einem Ereignis einen Artikel, und insgesamt eher weniger aus der täglichen Arbeit.

  5. souly sagt:

    Oh schade, und nun darf ich auch noch feststellen, dass du alle anderen Artikel gelöscht hast … :(

  6. CK sagt:

    Schade eigentlich das mein erster kommentar zu deinem Blog dieser ist
    mein lieblingsblog geht zu ende schade
    wünsche dir alles gute

  7. NK sagt:

    Sehr schade. Hab hier immer gern gelesen.

  8. Matze sagt:

    Ja, Bremen…
    Finde es schade, dass du das Blog einstellst, habe hier gerne mitgelesen, wenngleich ich nur selten Zeit gefunden habe, zu kommentieren.

    Wünsche dir auf deinem weiteren Weg alles Gute, vielleicht sehen wir uns mal wieder.

  9. Mr. Gaunt sagt:

    Auch von mir ein “schade” und gute Wünsche für den Start am neuen Arbeitsplatz.
    Habe das Blog vor noch nicht allzu langer Zeit entdeckt. Es wird mir trotzdem fehlen, ich habe hier immer gern mitgelesen.

  10. Ingmar sagt:

    Scheiße :(
    Du wirst mir fehlen!

  11. Rasmus sagt:

    Sehr schade, wirklich! Viel Glück im neuen Jog und ich hoffe, daß Du irgendwann mal wieder mehr Zeit findest. Solltest Du irgendwann mal in Schweden sein, meld’ Dich!

  12. Schwääster! sagt:

    Wie schade, auch wenn ich die Gründe verstehen kann.
    Ich wünsch Dir alles Gute für die Zukunft!

  13. chefarzt sagt:

    Schade, jetzt gings doch erst richtig los. Aber Vorsicht: Einmal Blogger immer Blogger … Alles Gute! War ein wichtiger Blog in meinen Favoriten …

  14. anna sagt:

    :-( Vielleicht änderst Du Deine Meinung ja noch mal? Wäre nämlich echt schade, nichts mehr von Dir zu lesen! für Deinen weiteren Weg wünsche ich Dir jedenfalls alles Gute!

  15. ozyan sagt:

    Schade, ich hab deinen Blog gern verfolgt (und als Laie vermutlich manchmal recht dumme Kommentare abgegeben :D). Trotzdem kann ich die Gründe gut verstehen. Ich wünsch dir jedenfalls für den weiteren (insebesondere für den beruflichen) Weg alles Gute!

  16. drgeldgier sagt:

    Alles Gute Kollege !!! Kann Dich sehr, sehr gut verstehen – vor nach einem Anschlag auf mich, bei dem ich mir immer noch unsicher bin, aus welcher Ecke der kam.

  17. CU…out there

  18. o2junkie sagt:

    Das du aufhörst du bloggen finde ich sehr schade, ich habe deine Geschichten gerne gelesen. Ich kann es aber auch verstehen und wünsche dir alles Gute für die Zukunft.

  19. neklaf sagt:

    Ich muss mich bedanken für deine Hilfe bei meiner Berufswahl :)

    Alles Gute wünsche ich dir!

  20. neklaf sagt:

    wie mans nimmt … :P

    • INTensivling sagt:

      Also wenn ich dich mit meinen Geschichten dazu gebracht habe, eine Pflegeausbildung anzufangen – dann tut mir das wirklich sehr leid. Das wollte ich nicht :-(

      • Sylvia sagt:

        sehr zynisch wirklich

      • INTensivling sagt:

        Nein, ehrlich. In der heutigen Zeit würde ich niemandem guten Gewissens zu einer Krankenpflegeausbildung in Deutschland raten.
        Was ich hier schrieb, waren Anekdoten aus meinem Alltag – irgendwo zwischen witzig und traurig, aber meiner Meinung nach keinesfalls dazu geeignet, um jemanden darin zu bestärken, eine Pflegeausbildung zu beginnen. Denn sie machten nur einen kleinen Teil aus, und zeigen nicht, wie die restlichen 90% der Dienste aussehen.

      • neklaf sagt:

        Mir ist durchaus bewusst, dass dein Blog keine minutengenaue Auflistung deiner Dienste war, sondern nur das herauspicken von “Highlights”. Dein Blog diente mir nur als zusätzlichen Informationsquelle .. und Unterhaltung :D
        Ich habe Praktika in verschiedenen Häusern gemacht und konnte für mich feststellen, dass ich nicht um jeden Preis diesen Beruf ausüben möchte – sondern nur in einem entsprechendem Arbeitsumfeld.
        Und: Muss dir nicht leid tun, bin schon groß und kann meine Entscheidungen selber verantworten :P

  21. SusiP sagt:

    Schade. Solltest du dennoch irgendwann wieder loslegen, waere ein Rundschreiben schon schoen. Alles Gute.

  22. Silke sagt:

    Wünsche Dir alles Gute und finde es schön, dass Du Dich verabschiedest und nicht einfach verschwindest.

    Denke, das Schreiben liegt Dir und man wird irgendwann mal wieder was von Dir lesen :-)
    Tschüß!

  23. Ich kanns verstehen und finde es trotzdem schade. Wünsch dir alles gute….

  24. Joe sagt:

    Ich wünsche Dir alles Gute im neuen Lebensabschnitt.
    Evtl sieht man Dich ja irgendwann mal wieder, wenn auch nicht als Intensivling, aber wie Du schon sagtest: die Welt ist ein Dorf.

    Danke für die vielen Beiträge in Deinem Blog, sie haben hoffentlich einigen Menschen, die nicht im medizinischen Bereich tätig sind, die Augen für das geöffnet, was hinter den Kulissen teilweise abläuft und mit was ein jeder von uns, der in dem Bereich arbeitet(e), mitmacht.

    Gruß,

    Joe

  25. Kollege S. sagt:

    Sehr schade, ich habe hier stets sehr gerne gelsen.

    Deine Gründe kann ich gut nachvollziehen. Ich bemerke bei mir selbst eine gewisse Paranoia in Sachen “outing” und die Last mit diversen unfertigen Beiträgen kenne ich auch.

    Danke für Deine Beiträge.

  26. Mel sagt:

    Ich wünsche dir auch alles gute. Schade das du aufhörst aber ich kann dich auch etwas verstehen

  27. Hermione sagt:

    Sehr schade, aber nachvollziehbar. Ich wünsche Dir alles Gute für Deine Zukunft und möchte mich nochmal für die vielen tollen Artikel bedanken, die Du mit uns geteilt hast. :)

    Das ist jetzt innerhalb weniger Tage schon der zweite meiner Lieblingsblogs, der nicht mehr weitergeführt wird. *seufz*

  28. Matthias sagt:

    Och nö, schon wieder. Grad als Lesezeichen gespeichert und dann das.

    Das ist nun schon das 4. oder 5. Mal.

  29. ickedette sagt:

    Auch von mir alles Gute! Ich schliesse mich Neklaf an. Deine Highlights haben mich auch dadrin bekräftigt und auch auf die Probe gestellt. Nun sitz ick hier.. die ersten 12 Wochen Ausbildung hinter mir und nun das. Kann dich aber verstehen. Sobald das bei mir rauskommen sollte ist bei mir auch Schluss. Den Job ist es nicht wert. Wie wäre es mit einem privaten Blog or something? Wenn ja gib Bescheid!

    Mit unverbesserlichem Optimismus

    bis bald!

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