Evakuierung

8. Februar 2010 2 Kommentare

In einem Kleinkrankenhaus im weiteren Umfeld hat ein Wasserrohrbruch für einen völligen Ausfall der Puschelstation Intensivstation gesorgt. Alle sechs Betten mussten daher schnellstmöglich [sic!] evakuiert werden.

Und wer bekommt die Patienten?

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Wer nicht hören will…

8. Februar 2010 1 Kommentar

Warum meinen manche Patienten eigentlich, dass Ärzte und Pflegepersonal ihnen etwas böses wollen? Warum lässt man sich operieren, wenn man anschließend vorhat, sich über jede Anweisung, jeden Rat und jede Therapie hinwegzusetzen?

Die Antwort ist einfach: Weil es viele dumme Menschen gibt.

Ein Kollege kam letztens vom Rea-Dienst zurück, jedoch ohne Patient. Dieser war, nachdem er drei Tage lang als Hochrisikopatient erfolgreich die postoperative Thromboseprophylaxe verweigert hatte, an einer fulminanten Lungenembolie verstorben.

Mein Examen

7. Februar 2010 3 Kommentare

Mein Examen liegt schon “ein paar” Jährchen zurück.

Und ich kann sagen: Ich hatte viel Spaß. Aber irgendwie stand das Examen unter einem schlechten Stern. Für meine Prüfungspatienten.

Schon bei meinem Probeexamen starb “meine” Patientin am Morgen des Prüfungstages wider Erwarten.

Bei meinem Hauptexamen sah es nicht besser aus:

  • Patient 1 wurde zwei Tage vor meinem Examen überraschend ins Hospiz verlegt da dort ein Platz frei wurde
  • Patient 2 starb am Abend des gleichen Tages (nachdem ich gerade meine Pflegeplanung fertig hatte)
  • Patient 3 wurde am Vortag meines Examens (kurz nachdem er ausgewählt wurde) im Herzkatheterlabor zu den Engeln geschickt und
  • Patient 4 überlebte mein Examen, starb aber eine Woche später in der Reha.

Es ist ein ziemlich mieses Gefühl, wenn alle Patienten mit denen man in der Prüfung zu tun hatte, irgendwie das zeitliche segnen…

Vokalanaesthesie vermisst

7. Februar 2010 6 Kommentare

Gerade aufgefallen: Vokalanaesthesie gibt es nicht mehr – Blog gelöscht.

Schade, nach dem Rettungsblogger und der Hypnosekröte, die beide schon 2008 von der Bildfläche verschwanden, ein weiteres Blog das ich irgendwie vermissen werde.

Den beiden wurden offenbar die registrierten Top-Level-Domains zum Verhängnis, da man über gewisse Services die Domaineigentümer herausfinden kann – Google tut den Rest. Zumindest für den Rettungsblogger gab es damals jede Menge Ärger… Ein Grund, eine reguläre .wordpress.com Domain beizubehalten.

Nur so nebenbei: Macht der r3sq-Blog gerade Urlaub? So ungewohnt…

Nachtrag: Nacht war ruhig, Essen lecker. Ich gehe wieder schlafen.

Vorbereitung auf den Nachtdienst

6. Februar 2010 2 Kommentare

Heute gibt es Essen vom Thailänder-China-Lieferdienst. Das ist immer so, wenn eine bestimme Ärztin Dienst hat, dafür übernimmt sie immer die Getränke, und da sagen wir natürlich nicht nein.

Beim Durchsehen der aktuellen Speisekarte hat dieser Passus für Lacher gesorgt:

Vietnam. Hühn. m. Gem. in Erdnüsssose (schaf!) (mit Samba ölek!)

Also gibt es heute Schaf mit Samba und Ölleck. Naja, solange nicht eine Hämo leckt, ist alles okay…

Dem nächsten…

5. Februar 2010 2 Kommentare

…Kollegen, der heute Nacht den Rea-Dienst anruft, weil ein 95 Jahre alter Patient kalt in seinem Bett liegt haue ich einen Satz Bettpfannen um die Ohren!

Das ist bereits der zweite “Rea-Dienst” zu dem wir ausrücken, weil das offenbar eine schnellere Methode ist, an einen L-Schein zu kommen, als den diensthabenden Arzt der Peripherstationen anzurufen, und beide Male lagen dort eiskalte, stocksteife Höchstpflegefälle im Bett, die man nicht mal mehr reanimiert hätte, wenn man eine Pistole im Kreuz hätte.

Leute, das ist nicht witzig! Wir haben hier auch zu tun…

Suchanfragen – IV

Und mal wieder ein kleiner Blick in die interessantesten und skurrilsten Suchanfragen.

Natürlich waren auch in den letzten Wochen diverse Suchanfragen die “$beliebigerBlogger intensivling” lauteten dabei, aber inzwischen hat das echt mal einen Bart.

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“Nicht aufhören wollen”

3. Februar 2010 7 Kommentare

Im Eintrag “Auf dem Weg zur Party” schrieb “turkishmom“:

Stellvertretend an dieser Stelle ein Danke an alle, die bei Reanimationen nicht aufhoeren wollen… Hat meinem Bruder letzendlich das Leben gerettet.

Ohne die Umstände zu kennen, möchte ich dazu ein paar Sätze sagen.

“Nicht aufhören wollen” oder gar “können” ist eine ganz miese Sache.

Sich nicht damit abfinden können, dass ein Mensch stirbt, und es dafür in Kauf nehmen, eine lebende Hülle mit dem Intellekt von gekochtem Gemüse zu produzieren, das eventuell wochenlang auf Intensivstationen liegt, schlimmste Komplikationen entwickelt und irgendwann als neurologisches Wrack bei Angehörigen oder in einem Heim vor sich hinvegetiert – das ist egoistisch. Denn man stellt das Gefühl, es “geschafft zu haben”, nicht “versagt” zu haben über den Patienten.

“Nicht aufhören wollen” ist etwas anderes als “realistische Chancen sehen und daher weitermachen”, was gerade bei jungen Menschen oder Kindern der Fall ist. Die haben oftmals größere Reserven als alte, multimorbide Menschen. Aber auch dort gibt es – wie überall – Grenzen. Dann aus falschem Stolz weiter zu machen ist nicht gut.

Ebenso wenig wie “etwas Show für die Angehörigen abzuliefern” um zu zeigen, dass man sich trotz aussichtsloser Lage kümmert. Das kostet nicht nur Geld und Energie, sondern schürt mit jeder verstrichenen Minute noch die Hoffnung derer, die man damit “schützen” will.

Als nicht-ärztliches Personal steht man dann gerade bei sehr ehrgeizigen Ärzten vor einem ziemlichen Problem. Wenn alle Rippen gebrochen sind, der Mensch unter einem schon lange kalt und steif ist, und der Arzt dennoch weitermachen möchte, kann man sich schlecht weigern. Aber das ist ein anderes Thema.

Irgendwie hatte ich das Thema hier schonmal, verweise aber gerne erneut auf den passenden Comic bei Rippenspreizer.de.

Willkommen auf Intensivstation

2. Februar 2010 8 Kommentare

Die Premiumpatientin schreibt einen lustigen zynischen interessanten Artikel aus der Sicht eines Patienten.

Aber wie sieht das von der anderen Seite aus? Sind Ärzte immer eingeschnappt, wenn man sie verwechselt? Ist das Pflegepersonal immer herablassend gegenüber Patienten? Und sind die Betten wirklich so mies?

Werfen wir mal einen Blick auf die andere Seite des Spiegels.

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Zur Pflege ungeeignet? – II

2. Februar 2010 4 Kommentare

Einige meiner KollegInnen haben einen Zweitjob, so auch diese, welche der Geschichte um einen Zivi, der auszog, den Beruf des Gesundheits- und Krankenpflegers zu erlernen, eine ungeahnte Wendung gab.

Von Seite unserer Station war das Thema erledigt, eine Beurteilung wie der Zivi es wünschte konnte nicht ausgestellt werden, da er in den fraglichen Bereichen nicht gearbeitet hatte (wie es übrigens kein Zivildienstleistender bei uns tut), und mit dem entsprechenden Vermerk war er sichtlich unzufrieden.

Dabei war dieser Vermerk nicht einmal böswillig gemeint, sagte er doch nur aus, dass über diese Bereiche keine Angaben gemacht werden könnten, er ansonsten jedoch gut gearbeitet hätte.

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